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Optionsbewertung8 Minuten Lesezeit

Theoretischer Optionswert im Vergleich zum Marktpreis

Vergleiche Modellergebnis, Marktquotierungen und ausführbare Ausführungen, ohne eines mit dem anderen zu verwechseln

Von Mark erstellt · Primärquellen unten

Kurzantwort

Ein Modellpreis ist eine Prognose unter Annahmen und kein live ausführbarer Preis. Der Markt hat Bid-/Ask- und Größenbeschränkungen, Eventrisiken und Liquiditätsbedingungen. Ein guter Ablauf vergleicht beide Zahlen mit derselben Szenario-Uhr.

Welche Frage ein theoretischer Preis beantwortet

Ein theoretischer Wert beantwortet die Frage: Welche Prämie ergibt sich aus diesem Modell, wenn wir eine bestimmte Gruppe von Inputs zu einem bestimmten Zeitpunkt einfrieren?

Zu den Inputs gehören Spotpreis, Strike, Restlaufzeit, angenommene implizite Volatilität, Zins und Behandlung der Dividenden.

Zwei Trader können in derselben Sekunde mit unterschiedlichen Inputs unterschiedliche Werte berechnen.

Die wichtige Frage lautet daher nicht „Ist der Markt falsch?“, sondern „Welches Szenario stimmt tatsächlich mit den heutigen Bedingungen überein?“

Wo der Marktpreis in der Optionskette liegt

Die Marktquote ist das sichtbare Ergebnis aktiver Liquidität. Das Bid ist das Angebot eines Käufers für genau diese Serie. Das Ask ist der Preis, den ein Verkäufer verlangt.

Der letzte Trade ist ein historischer Ausführungsbeleg und kein garantierter Ausführungspunkt. Der Mid kann die Lage der Quote zusammenfassen, ist aber keine Verpflichtung einer der beiden Seiten.

Bei geringer Liquidität kann der ausführbare Preis für deine Stückzahl deutlich schlechter sein als sowohl Mid als auch theoretischer Wert.

Zahlenbeispiel: Was tun, wenn Modell und Markt auseinanderliegen?

Kontrakt: ABC 100C, noch 30 Tage, Multiplikator 100

Modellergebnis: 2.40, der theoretische Wert beträgt also 240

Orderbuchquote: Bid 2.20, Ask 2.80, auf jeder Seite ist höchstens 1 Lot sichtbar

Du planst, 2 Kontrakte zu kaufen.

Wenn der Markt bei Bid 2.20 / Ask 2.80 steht und nur 1 Lot im Ask liegt, ist der praktisch beste Weg:

Nehmen wir Ausführungen zu 2.80 und 3.00 an: Gesamtzahlung = 2.80 + 3.00 = 5.80, Durchschnitt 2.90, also 290 für 2 Lots bzw. 145 je Lot

Die Differenz zum Modell ist jetzt nur ein Teil der Geschichte. Dein Ausführungsrisiko wird durch Spread, Größe und Timing bestimmt.

  • Wenn zum Ask nur 1 Lot verfügbar ist, werden bei 2.80 möglicherweise nur 1 Lot ausgeführt
  • Das verbleibende Lot kann offen bleiben oder später zu einem schlechteren Preis ausgeführt werden
  • Die Mischkosten hängen von der zweiten Ausführung ab

Die Differenz zwischen Modell und Markt ohne Verzerrung nutzen

Nutze die Abweichung als diagnostische Schleife:

Die Differenz kann gültig sein, wenn die Annahmen voneinander abweichen. Sie wird erst dann zu einer Warnung, wenn ausführbare Prüfungen nicht mit deinen aufgezeichneten Annahmen übereinstimmen.

  • Wenn das Modell über dem Markt liegt: Prüfe Annahmen zu niedrigerer Volatilität, Leihkosten, Dividenden oder veralteten Inputs
  • Wenn das Modell unter dem Markt liegt: Prüfe erhöhtes Short-Squeeze-Risiko, höhere kurzfristige Volatilität oder eingeschränkte Liquidität auf der Verkaufsseite
  • Prüfe in beiden Fällen, ob der Zeitstempel des Modells noch relevant ist

Ein wiederverwendbarer praktischer Ablauf

1. Inputs und Zeitstempel für den Modelllauf festschreiben 2. Live-Bid/Ask und Markttiefe rund um deine Stückzahl lesen 3. Ordertyp und Grenze aus denselben Szenarioannahmen ableiten 4. Nach der Ausführung die Szenariokarte festhalten: Fill, Kosten und verbleibendes Risiko

So vermeidest du die häufige Falle, eine Option als „günstig“ einzustufen, nur weil der Modellwert niedrig ist.

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Häufige Fragen

Warum liegt mein Modellwert weit über dem Markt?

Mögliche Gründe sind veraltete Inputs, eine Abweichung bei der erwarteten Volatilität und geringe Liquidität für deine Stückzahl. Prüfe zuerst den Zeitstempel und bestätige danach Spread und Markttiefe.

Können zwei Modellierer beide „richtig“ liegen?

Ja. Unterschiedliche Annahmen, Konventionen und Zinsen können für denselben Kontrakt unterschiedliche Ergebnisse erzeugen. Vergleiche zuerst die Annahmen und erst danach die Ergebnisse.

Ist ein weiter Bid-Ask-Spread immer ein schlechter Einstieg?

Nicht immer. Er kann Eventrisiko oder geringe Liquidität widerspiegeln. Für dringende Einstiege kann er die aktuelle Marktrealität sein, aber das Strategierisiko sollte mögliche Slippage berücksichtigen.

Quellen und weiterführende Lektüre

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