Nominalwert vs. Prämie einer Option: beides berechnen
Berechne das Nominalrisiko des zugrunde liegenden Werts und den Marktwert der Prämie einer Option und unterscheide anschließend Delta-Risiko, maximalen Verlust, Finanzierungsbedarf bei Zuteilung und Multiplikatorrisiko.
Kurzantwort
Der Begriff „Nominalwert“ einer Option wird uneinheitlich verwendet. Für das Risiko des Basiswerts ist eine gängige Referenz: Preis oder Indexstand des Basiswerts × Kontraktmultiplikator × Kontrakte. Der Marktwert der Prämie ist Optionsquote × Multiplikator × Kontrakte. Keine der beiden Zahlen entspricht allein dem Delta-adjustierten Risiko, dem maximalen Verlust, der Kaufkraft oder dem Finanzierungsbedarf bei Zuteilung. Gib daher jedes Mal die Definition an.
Nominalrisiko des Basiswerts berechnen
Bei einer Aktie zu 80, einem Multiplikator von 100 und 3 Kontrakten beträgt das Nominalrisiko des Basiswerts 80 × 100 × 3 = 24.000. Bei einem Indexstand von 5.000 und einem Multiplikator von 100 bezieht sich ein Kontrakt auf ein Indexnominal von 500.000.
Das ist eine Größenreferenz und nicht die Aussage, dass sich die Option wie der Basiswert Dollar für Dollar verhält. Moneyness, Zeit, IV und Greeks verändern die Empfindlichkeit der Option.
Marktwert der Prämie separat berechnen
Wenn diese 3 Kontrakte zu 2,50 gehandelt werden, beträgt der Prämienwert vor Kosten 2,50 × 100 × 3 = 750. Ein Käufer zahlt zunächst 750, ein Verkäufer erhält 750. Das wesentlich größere Nominal von 24.000 hilft, den Hebel zu erklären, macht 24.000 aber nicht zum maximalen Verlust des Long-Käufers.
Einige Handelsplätze und Berichte verwenden „Nominal“ für Prämie × Multiplikator × Menge. Bezeichne das als Prämiennominal oder Orderwert, damit es nicht mit dem Nominal des Basiswerts verwechselt wird.
Delta-Risiko ist eine weitere Messgröße
Ein grobes aktienäquivalentes Delta-Risiko entspricht Optionsdelta × Multiplikator × Kontrakte. Bei Delta 0,40 entsprechen 3 Calls zu diesem Zeitpunkt ungefähr 120 deltaäquivalenten Aktien oder bei einer Aktie zu 80 einem Spot-Delta-Risiko von 9.600.
Delta verändert sich mit Spot, Zeit, IV und Gamma und ist daher während des Trades kein festes Hedge-Verhältnis.
Für Risiko und Finanzierung ist eine Auszahlungsanalyse nötig
Eine Long-Option kann ihre gesamte Prämie von 750 verlieren, obwohl das Nominal 24.000 beträgt. Ein Short Call kann weit mehr als seine Gutschrift und seine anfängliche Kaufkraft verlieren. Eine Zuteilung bei Strike 75 kann über drei Standardkontrakte 22.500 an Aktienwert erfordern oder liefern.
Melde Prämie, Nominal des Basiswerts, deltaäquivalentes Risiko, maximalen oder Szenarioverlust und Finanzierungsbedarf bei Zuteilung als getrennte Zeilen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Nominalwert einer Option?
Für das Nominalrisiko des Basiswerts multiplizierst du Aktienpreis oder Indexstand mit Kontraktmultiplikator und Kontraktanzahl. Eine Aktie zu 80 mit Multiplikator 100 und drei Kontrakten ergibt 24.000. Manche Systeme nennen stattdessen Prämie × Multiplikator × Menge Nominal. Prüfe daher immer die Felddefinition und bezeichne die erste Größe als Nominal des Basiswerts, um Mehrdeutigkeit zu vermeiden.
Ist der Nominalwert einer Option dasselbe wie die bezahlte Prämie?
Nein. Die gezahlte Prämie ist die ausführbare Optionsquote multipliziert mit Multiplikator und Menge. Das Nominal des Basiswerts bezieht sich auf den größeren Basiswertbetrag, der mit den Kontrakten verbunden ist. Eine Option zu 2,50 auf drei Kontrakte mit je 100 Aktien kostet 750, während eine Aktie zu 80 ein Nominal des Basiswerts von 24.000 erzeugt. Die Differenz zeigt den Hebel, misst aber für sich weder erwartete Rendite noch maximalen Verlust.
Ist der Nominalwert dasselbe wie das Delta-Risiko?
Nein. Das volle Nominal des Basiswerts ignoriert, wie stark die Option aktuell reagiert. Das deltaäquivalente Risiko multipliziert das Nominal mit Delta oder Delta mit Aktien je Kontrakt und der Menge. Ein Call mit Delta 0,40 hat eine geringere unmittelbare Spotempfindlichkeit als 100 Aktien, aber Delta ändert sich mit Spot, Zeit, Volatilität und Gamma. Auch das Delta-Risiko ist daher eine zeitgestempelte Schätzung.
Bedeutet ein größerer Nominalwert einen größeren maximalen Verlust?
Er zeigt die Größenordnung, definiert den Verlust aber nicht direkt. Bei einer Long-Option entspricht der maximale vertragliche Verlust üblicherweise Prämie und Kosten, während ein ungedeckter Short Call unbegrenzten Verlust haben kann und ein definierter Spread den Verlust unter seinem Nominal des Basiswerts begrenzen kann. Finanzierungsbedarf bei Zuteilung, Liquidität, Gap-Risiko, Kontraktbedingungen und Positionsauszahlung müssen getrennt vom Nominal analysiert werden.