Eine Optionskette lesen
Verstehen Sie Aufbau und Quotierung einer Optionskette sowie die Preis- und Ausführungsrisiken, die vor einer Order geprüft werden sollten
Kurzantwort
Eine Optionskette ordnet verfügbare Kauf- und Verkaufsoptionen nach Verfall und Ausübungspreis. Jede Zeile ist jedoch nur eine zeitgestempelte Marktaufnahme. Beginnen Sie beim Kurs des Basiswerts und dem Verfall, suchen Sie den Strike und prüfen Sie, ob Sie die Call- oder Put-Seite lesen. Geld- und Briefkurs beschreiben den aktuellen Markt, während der Mittelwert nur eine Referenz und der letzte Umsatz veraltet sein kann.
Die Optionskette: Aufbau und Reihenfolge
Eine Optionskette gruppiert Calls und Puts nach Verfall und Ausübungspreis. Wählen Sie zuerst den Basiswert und die gewünschte Laufzeit. Suchen Sie dann den Strike und vergewissern Sie sich, ob die angezeigte Zeile zur Kauf- oder Verkaufsoption gehört. Ein ähnlicher Strike in einer anderen Laufzeit ist ein anderer Kontrakt mit anderem Zeitwert und anderem Risiko.
Eine Kette wirkt vollständig, sagt aber nicht, welcher Kontrakt zu einem Ziel passt. Legen Sie vor dem Vergleich fest, ob Sie eine Position eröffnen oder schließen, welche Richtung und welchen Prüftermin Sie betrachten und welche Pflichten bei Verfall entstehen könnten. Erst danach helfen die Tabellenfelder bei der Auswahl.
Die Felder in der Kette vergleichen
Geldkurs und Briefkurs beschreiben die angezeigte Kauf- und Verkaufsbereitschaft. Ihr arithmetischer Mittelwert ist eine Referenz, keine Zusage für eine Ausführung. Der letzte Umsatz kann schon vor einer Kursbewegung erfolgt sein. Volumen und Open Interest geben Kontext zur Aktivität, während implizite Volatilität und Delta Preisannahmen statt sicherer Ergebnisse ausdrücken.
Angenommen, ein Call zeigt Geldkurs 2,10 $, Briefkurs 2,70 $ und einen Mittelwert von 2,40 $. Der Mittelwert ergibt sich rechnerisch, doch ein sofortiger Kauf orientiert sich an der Briefseite und ein sofortiger Verkauf an der Geldseite. Bei einem Standardmultiplikator von 100 entspricht die Differenz von 0,60 $ bereits 60 $ pro Kontrakt vor Gebühren.
Prüfen Sie zusätzlich Zeitstempel und angezeigte Stückzahlen. Eine Zahl ohne Zeitpunkt oder nur auf einer Marktseite reicht nicht aus, um einen voraussichtlichen Ausstieg zu beurteilen. Bei Spreads müssen diese Angaben für jedes einzelne Leg gelesen werden.
Ausführungsrisiko bleibt trotz voller Tabelle bestehen
Eine geschäftig aussehende Kette garantiert keine einfache Ausführung. Vergleichen Sie die Geld-Brief-Spanne, Quote-Größen, Aktualität und alle Legs eines Spreads. Eine Limit-Order kann einen Preisrahmen festlegen; sie garantiert aber nicht, dass der Auftrag ausgeführt wird. Definieren Sie vorher, welches Slippage-Niveau die Idee unakzeptabel machen würde.
Auch Open Interest ist kein Versprechen, dass Ihre Stückzahl zum gewünschten Preis verfügbar sein wird. Gerade bei Nachrichten, wenig liquiden Laufzeiten oder weit entfernten Strikes können Quotes und Größen verschwinden, bevor der Auftrag den Markt erreicht.
Häufige Fragen
Was erklärt eine Optionskette?
Sie zeigt, welche Kontrakte für einen Basiswert nach Laufzeit und Strike verfügbar sind und welche Marktquoten dazu gerade angezeigt werden. Das erleichtert die Strukturierung eines Vergleichs, ersetzt aber keine Prüfung von Ziel, Risiko und Ausführbarkeit.
Was sollte ich vor der Auswahl aus einer Optionskette prüfen?
Vergleichen Sie Geldkurs, Briefkurs, Größen, Quote-Zeit, Volumen, Open Interest, implizite Volatilität und Kontraktbedingungen. Prüfen Sie außerdem, ob die gesamte Position bei Ihrer geplanten Ausstiegszeit noch schließbar wäre.
Bedeutet hohes Open Interest, dass meine Order sicher ausgeführt wird?
Nein. Open Interest misst bestehende Kontrakte nach Clearing-Updates, nicht eine zugesagte Gegenpartei zu Ihrem Limit. Der aktuelle Geld- und Briefkurs sowie die dort angezeigte Größe sind für einen einzelnen Auftrag unmittelbarer relevant.