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Makroökonomie12 Minuten Lesezeit

Haushaltsdefizit und Leistungsbilanzdefizit: Wie hängen sie zusammen?

Vergleichen Sie Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite und erfahren Sie, warum der Zusammenhang zwischen Zwillingsdefiziten nicht eins zu eins ist.

In diesem LeitfadenZwei Defizite mit unterschiedlichen Abgrenzungen

Kurze Zusammenfassung

Ein Haushaltsdefizit misst, wie stark die Ausgaben eines Staates seine Einnahmen in einem Zeitraum übersteigen. Ein Leistungsbilanzdefizit bedeutet, dass die laufenden grenzüberschreitenden Zahlungen höher sind als die Einnahmen. Die Spar-Investitions-Identität verbindet beide Größen, macht sie aber weder gleich noch beweist sie, dass die eine die andere automatisch verursacht.

Zwei Defizite mit unterschiedlichen Abgrenzungen

Ein staatliches Haushaltsdefizit ist eine Stromgröße: Nach einer bestimmten Haushaltsdefinition übersteigen die Ausgaben eines Staates in einem Zeitraum seine Einnahmen.

Auch die Leistungsbilanz wird über einen Zeitraum gemessen, doch sie hat eine andere Abgrenzung.

Sie erfasst laufende Transaktionen zwischen Gebietsansässigen einer Volkswirtschaft und Gebietsfremden, darunter Haushalte, Unternehmen und Staat. Sie ist nicht der Haushalt der nationalen Regierung.

Auch der Begriff „Staat“ braucht eine Abgrenzung. Eine Schlagzeile kann den Zentralstaat, den Bund oder den konsolidierten Gesamtstaat meinen. Diese Größen erfassen unterschiedliche Institutionen und Transaktionen.

Das Bureau of Economic Analysis (BEA) erklärt die Abweichung für die USA. In den NIPA entspricht das Netto-Sparen des Bundes nicht dem Überschuss oder Defizit des konsolidierten Bundeshaushalts.

Abgrenzung und zeitliche Zuordnung unterscheiden sich. Der konsolidierte Haushalt umfasst außerdem laufende und investive Einnahmen und Ausgaben.

Lesen Sie dazu den [NIPA-Überblick des BEA]({source:beaNipaPrimer}) und den Leitfaden zu Haushaltsdefizit und Bundesschulden.

Verglichen werden also nicht zwei Varianten desselben Defizits.

Die eine Größe beschreibt den Haushalt des öffentlichen Sektors nach einer bestimmten Rechnungslegung; die andere fasst die laufenden Geschäfte einer Volkswirtschaft mit dem Rest der Welt zusammen.

Beide sind Stromgrößen, zählen aber unterschiedliche Transaktionen und Beteiligte.

Was gehört zur Leistungsbilanz?

Die Leistungsbilanz ist weiter gefasst als eine reine Warenhandelsbilanz.

In den standardisierten Zahlungsbilanzkonten setzt sie sich aus dem Saldo von Waren und Dienstleistungen sowie den Netto-Primäreinkommen und Netto-Sekundäreinkommen zusammen:

Leistungsbilanzsaldo = Nettoexporte von Waren und Dienstleistungen + Netto-Primäreinkommen + Netto-Sekundäreinkommen

Zu den Primäreinkommen zählen grenzüberschreitende Arbeitseinkommen und Kapitalerträge. Sekundäreinkommen erfassen laufende Übertragungen ohne entsprechende Ware, Dienstleistung oder Vermögensposition.

Dazu gehören etwa persönliche Überweisungen und bestimmte staatliche Zuschüsse. Das [Handbuch zur Zahlungsbilanz des IWF]({source:imfBpm6OverviewFramework}) beschreibt diese Kategorien.

Die [BEA-Definitionen internationaler Transaktionen]({source:beaInternationalAccountClassifications}) erläutern ihre Erfassung in den USA.

Nehmen wir eine hypothetische Volkswirtschaft an, deren Waren- und Dienstleistungssaldo in einem Jahr −$90 billion beträgt, mit Netto-Primäreinkommen von +$35 billion und Netto-Sekundäreinkommen von −$5 billion.

Ihr Leistungsbilanzsaldo beträgt −$60 billion. Einnahmen aus dem Ausland gleichen einen Teil des Defizits bei Waren und Dienstleistungen aus; Nettoübertragungen ins Ausland vergrößern es wieder.

Die Zahlen sind frei erfunden und dienen nur der Rechnung; sie sind keine Schätzung für ein Land.

Ein gemeldetes „Handelsdefizit“ kann sich je nach Veröffentlichung nur auf Waren oder auf Waren und Dienstleistungen beziehen.

Selbst der Waren- und Dienstleistungssaldo lässt grenzüberschreitende Einkommen und laufende Übertragungen aus. Deshalb kann er in eine andere Richtung weisen als die gesamte Leistungsbilanz.

Diese umfasst außerdem alle Partnerländer zusammen; ein Defizit gegenüber einem einzelnen Handelspartner ist nicht der gesamte Außenbeitrag eines Landes.

Der [NIPA-Überblick des BEA]({source:beaNipaPrimer}) unterscheidet diese veröffentlichten Handelszahlen von der weiter gefassten Leistungsbilanz.

Die Spar-Investitions-Identität

In den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen hängt der Leistungsbilanzsaldo mit der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis und den Inlandsinvestitionen zusammen:

Leistungsbilanzsaldo = gesamtwirtschaftliche Ersparnis − Inlandsinvestitionen

Die Erklärung des IWF zu [globalen Ungleichgewichten aus dem Jahr 2026]({source:imfUnderstandingGlobalImbalances2026}) leitet diese Identität aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen her.

Vereinfacht gesagt ist die gesamtwirtschaftliche Ersparnis das Einkommen, das Haushalte, Unternehmen und Staat nicht für den laufenden Verbrauch verwenden.

Inlandsinvestitionen sind die Produktion neuer Kapitalgüter und Lageraufstockungen, wie sie in den Gesamtrechnungen erfasst werden. Nicht jeder Kauf einer bereits bestehenden Aktie oder Anleihe zählt dazu.

Angenommen, eine Volkswirtschaft spart hypothetisch $840 billion und investiert im selben Jahr $900 billion in inländisches Kapital und Lagerbestände.

Die Ersparnis liegt um $60 billion unter den Investitionen; damit beträgt der Leistungsbilanzsaldo nach der Identität −$60 billion.

Bei übereinstimmenden Definitionen und Abgrenzungen erscheint dieselbe Lücke in den Außenkonten.

Ein anderer Zeitraum, der Vergleich von Bruttoersparnis mit Nettoinvestitionen oder die Mischung volkswirtschaftlicher Größen mit anders abgegrenzten Haushaltswerten macht den Vergleich jedoch unpassend.

Die Identität ist ein rechnerischer Zusammenhang. Sie zeigt, wie die erfassten Salden nach Erstellung der Konten zusammenpassen.

Für sich genommen sagt sie nicht, welche Entscheidung zuerst getroffen wurde, welche Politik eine Veränderung verursacht hat oder ob die Höhe von Ersparnis beziehungsweise Investitionen wünschenswert ist.

Regierungsgebäude, Wohnhäuser, Unternehmen, Fabriken und ein Hafen mit Schiffen sind durch Pfeile mit einer Weltkarte verbunden.
Der staatliche Haushaltssaldo und der Leistungsbilanzsaldo sind über Sparen und Investieren verbunden, messen aber unterschiedliche Größen. Die Pfeile zeigen weder Daten eines Landes noch eine automatische Eins-zu-eins-Kausalität.

Welche Rolle spielt der staatliche Haushaltssaldo?

Die Identität lässt sich in Salden des privaten und öffentlichen Sektors zerlegen:

Leistungsbilanz = (private Ersparnis − private Investitionen) + (staatliche Ersparnis − staatliche Investitionen)

In einer konsistent abgegrenzten volkswirtschaftlichen Rechnung entspricht die staatliche Ersparnis abzüglich staatlicher Investitionen der Nettokreditvergabe oder Nettokreditaufnahme des öffentlichen Sektors.

Das hängt eng mit dem Finanzierungssaldo zusammen, ist aber nicht automatisch identisch mit dem in Schlagzeilen genannten kassenmäßigen Haushaltsdefizit.

Das BEA erläutert die Unterschiede zwischen dem konsolidierten US-Bundeshaushalt und der staatlichen Ersparnis in den NIPA.

Auch der [IWF-Bericht zu Fiskalpolitik und Leistungsbilanz aus dem Jahr 2010]({source:imfFiscalPolicyCurrentAccount2010}) stellt die Leistungsbilanz als Summe der Spar-Investitions-Salden von Privatsektor und Staat dar.

Ein hypothetisches Beispiel: Die private Ersparnis übersteigt die privaten Investitionen um $140 billion. Die staatliche Ersparnis liegt zugleich $200 billion unter den staatlichen Investitionen.

Damit beträgt die Leistungsbilanz −$60 billion: +$140 billion − $200 billion. Das Defizit des öffentlichen Sektors ist größer, weil der private Überschuss einen Teil ausgleicht.

Ein anderer privater Spar- oder Investitionssaldo würde auch bei unverändertem öffentlichen Saldo ein anderes Leistungsbilanzergebnis ergeben.

Deshalb lässt sich eine Haushaltszahl aus einer Schlagzeile nicht einfach in die Leistungsbilanzgleichung einsetzen.

Land, staatliche Ebene, Behandlung der Investitionen, Zeitraum und Rechnungsgrundlage müssen zusammenpassen.

Für den US-Bundeshaushalt weist das BEA ausdrücklich darauf hin, dass die Nettokreditaufnahme im konsolidierten Haushalt und die staatliche Ersparnis in den NIPA keine austauschbaren Zahlen sind.

Warum ist von „Zwillingsdefiziten“ die Rede?

Die Zwillingsdefizitsthese beschreibt einen möglichen Zusammenhang zwischen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit. Ein größeres Haushaltsdefizit kann die staatliche Ersparnis senken.

Gleichen private Ersparnis und private oder staatliche Investitionen dies nicht aus, sinkt die gesamtwirtschaftliche Ersparnis relativ zu den Investitionen.

Nach der Identität verschlechtert sich dann die Leistungsbilanz.

Eine fiskalische Expansion kann außerdem Binnennachfrage und Importe erhöhen. Zinssätze, Wechselkurse und ausländische Kapitalströme wirken über weitere Kanäle.

Der private Sektor und andere Bedingungen können sich gleichzeitig ändern. Haushalte sparen möglicherweise mehr, Unternehmen investieren weniger oder höhere erwartete Renditen fördern zusätzliche Investitionen.

Auch Wechselkurse, Wachstum, Importnachfrage, ausländische Ersparnis und globale Finanzierungsbedingungen können sich verschieben.

Veränderungen der Leistungsbilanz können wiederum Steuereinnahmen, Aktivität und Staatsausgaben beeinflussen.

Gleichzeitige Bewegungen zeigen nicht, welcher Saldo den anderen verursacht hat.

Die [Analyse globaler Leistungsbilanzungleichgewichte der Federal Reserve]({source:federalReserveGlobalCurrentAccountImbalances2005}) stellt mehrere Erklärungen gegenüber.

Sie zeigt, dass die gemessene Rolle der Fiskalpolitik je nach Modell und Zeitraum variiert.

Empirische Schätzungen sind kein allgemeingültiger Multiplikator. Eine IWF-Studie zu mehreren Ländern fand für ihre Stichprobe einen mittleren Zusammenhang.

Eine Verbesserung des Finanzierungssaldos um 1 Prozentpunkt des BIP war mit etwa 0,2–0,3 Prozentpunkten beim Leistungsbilanzsaldo verbunden.

Das gilt für diese Studie, nicht als universelles Gesetz oder Prognose einer konkreten Haushaltsänderung.

Die Studie behandelt auch Unterschiede zwischen Ländern und Konjunkturlagen. Eine andere Simulation oder spätere Daten können ein anderes Ergebnis liefern.

Die sinnvolle Schlussfolgerung ist bedingt: Staatliche Salden können die Außenbilanz beeinflussen, aber die buchhalterische Identität belegt keine eins-zu-eins-Kausalwirkung.

„Zwillingsdefizite“ ist eine Frage, die mit vergleichbaren Daten und einem ausdrücklich formulierten Modell untersucht werden sollte, kein Gesetz, nach dem jedem Haushaltsdefizit ein gleich hohes Leistungsbilanzdefizit entsprechen muss.

Wie wird ein Leistungsbilanzdefizit finanziert?

Ein Leistungsbilanzdefizit bedeutet, dass die erfassten laufenden Zahlungen an Gebietsfremde im Zeitraum höher sind als die Einnahmen.

In der Zahlungsbilanz wird der Saldo der Vermögensänderungsbilanz zum Saldo der Leistungsbilanz addiert, um Nettokreditvergabe oder Nettokreditaufnahme zu messen.

Diese Summe entspricht konzeptionell den grenzüberschreitenden Finanztransaktionen.

Die Kapitalbilanz erfasst Transaktionen mit finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Die Vermögensänderungsbilanz erfasst Kapitaltransfers und Transaktionen mit nichtproduzierten Sachvermögenswerten.

Ein Land kann ausländische Investitionen erhalten, Verbindlichkeiten gegenüber Gebietsfremden ausgeben oder Kredite aufnehmen.

Auch können Gebietsansässige ausländische Vermögenswerte verkaufen oder ihre Bestände daran verringern. Die Kapitalbilanz umfasst unter anderem Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen, Kredite und Einlagen.

Es wäre falsch anzunehmen, eine bestimmte Anleiheemission oder ein einzelner Handelspartner finanziere das gesamte Leistungsbilanzdefizit.

In veröffentlichten Daten können die Messgrößen wegen unvollständiger Angaben oder unterschiedlicher Meldezeitpunkte voneinander abweichen; das BEA weist diese Lücke als statistische Diskrepanz aus.

Der [BPM6-Rahmen des IWF]({source:imfBpm6OverviewFramework}) beschreibt die doppelte Buchungsstruktur, während die [Definitionen des BEA]({source:beaInternationalAccountClassifications}) die US-Darstellung erläutern.

Ein Leistungsbilanzdefizit ist eine Stromgröße, die Nettoauslandsposition eine Bestandsgröße zu einem bestimmten Datum.

Sie erfasst die Auslandsforderungen der Gebietsansässigen abzüglich ihrer Verbindlichkeiten gegenüber Gebietsfremden.

Transaktionen wirken sich auf spätere Positionen aus, aber auch Preise und Wechselkurse können den Wert bestehender Vermögenswerte und Schulden verändern.

Das Defizit eines einzelnen Quartals ist daher kein vollständiges Maß für die akkumulierte Außenposition oder das Risiko eines Landes.

Häufige irreführende Vergleiche

Prüfen Sie zuerst, ob „Handelsdefizit“ nur Waren, Waren und Dienstleistungen oder die gesamte Leistungsbilanz meint. Diese Größen beantworten unterschiedliche Fragen.

Prüfen Sie zweitens die Abgrenzung: Der bilaterale Handel mit einem Partner ist nicht der Saldo aller Gebietsansässigen gegenüber dem Rest der Welt.

Dienstleistungen, Kapitalerträge und laufende Übertragungen können das umfassendere Ergebnis verändern.

Drittens muss die staatliche Kennzahl zur Identität passen.

Ein kassenmäßiger Bundeshaushaltssaldo, ein gesamtstaatlicher Saldo und staatliche Ersparnis abzüglich staatlicher Investitionen sind nicht unbedingt dieselbe Zeitreihe.

Achten Sie auch darauf, ob Zahlen Quartalswerte, auf Jahresrate hochgerechnete Quartalswerte oder Jahressummen sind und ob das Haushaltsjahr vom Kalenderjahr abweicht.

Eine Quote in Prozent des BIP erleichtert den Vergleich unterschiedlich großer Volkswirtschaften, aber nur, wenn Zeitraum und BIP-Messung übereinstimmen.

Unterscheiden Sie schließlich einen veröffentlichten Messwert von einer Projektion und prüfen Sie, ob er revidiert wurde.

Internationale und volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen sind Schätzungen, die mit neuen Informationen aktualisiert werden können.

Eine erste Veröffentlichung ist keine unveränderliche Tatsache; ein buchhalterischer Saldo sollte ohne zusätzliche Belege auch nicht als Ursache bezeichnet werden.

Der [NIPA-Überblick des BEA]({source:beaNipaPrimer}) erklärt die unterschiedlichen Abgrenzungen der US-Konten und den weiteren Umfang der Leistungsbilanz.

So prüfen Sie eine Aussage zu „Zwillingsdefiziten“

Fragen Sie zunächst, was „Haushaltsdefizit“ im Bericht bedeutet: Welche staatliche Ebene und welcher Zeitraum sind gemeint?

Handelt es sich um eine Kassen- oder eine Periodenabgrenzung, und welche Transaktionen sind enthalten?

Bestimmen Sie anschließend die Außenkennzahl: Warenhandel, Waren- und Dienstleistungshandel oder gesamte Leistungsbilanz.

Prüfen Sie, ob beide Zahlen vergleichbare Zeiträume abdecken und ob ihre BIP-Quoten denselben Nenner verwenden.

Nutzen Sie die Spar-Investitions-Identität als Orientierung für Salden, nicht als Kausalurteil. Fragen Sie, ob sich staatliche oder private Ersparnis, Inlandsinvestitionen oder mehrere Bestandteile verändert haben.

Achten Sie außerdem auf Einkommen, Verbrauch, Importe, Wechselkurse, Investitionsrenditen und globale Finanzierungsbedingungen. Bei einer behaupteten Eins-zu-eins-Wirkung sollten Sie nach Belegen fragen.

Haben sich die übrigen Größen nicht angepasst? Sind beide Defizite konsistent definiert?

Ein Leistungsbilanzdefizit beweist allein weder, dass eine Volkswirtschaft scheitert, noch dass eine Krise unmittelbar bevorsteht. Es kann mit Investitionen einhergehen, die künftige Produktionskapazitäten erweitern.

Entscheidend sind aber die Finanzierung und die daraus entstehende Auslandsvermögens- und Schuldenposition. Auch ein Überschuss ist nicht automatisch ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke.

Für mehr Kontext vergleichen Sie BIP, BNE und BSP sowie nominales und reales BIP.

Eine sorgfältige Einordnung nennt den Saldo, seine Abgrenzung und den Zeitraum und belegt Kausalaussagen.

Häufige Fragen

Q1Ist ein Leistungsbilanzdefizit dasselbe wie ein Handelsdefizit?

Nein. Eine Handelsbilanz vergleicht üblicherweise die Ein- und Ausfuhren von Waren oder von Waren und Dienstleistungen. Die Leistungsbilanz umfasst zusätzlich Netto-Primäreinkommen und Netto-Sekundäreinkommen, etwa Kapitalerträge und laufende Übertragungen.

Q2Verursacht ein staatliches Haushaltsdefizit automatisch ein gleich hohes Leistungsbilanzdefizit?

Nein. Die Spar-Investitions-Identität verbindet die Salden, aber auch private Ersparnis, private und staatliche Investitionen, Wechselkurse, Nachfrage und internationale Finanzierung können sich verändern. Außerdem kann die Abgrenzung einer staatlichen Haushaltskennzahl von der volkswirtschaftlichen Rechnung abweichen.

Q3Ist ein Leistungsbilanzdefizit immer problematisch?

Nein. Das Vorzeichen allein zeigt weder, ob die Finanzierung tragfähig ist, noch ob die Investitionen produktiv sind. Berücksichtigen Sie Höhe und Dauer, Währung und Laufzeit der Verbindlichkeiten, die dadurch finanzierten Vermögenswerte und Einkünfte sowie die allgemeine Wirtschaftslage.

Quellen und weiterführende Lektüre

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Eine hypothetische Volkswirtschaft hat einen Waren- und Dienstleistungssaldo von −$90 billion, Netto-Primäreinkommen von +$35 billion und Netto-Sekundäreinkommen von −$5 billion. Wie hoch ist ihr Leistungsbilanzsaldo?

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