Forex-Paarkorrelation und Währungsexposure: Warum Gleichlauf keine Absicherung ist
Erfahren Sie, was eine Forex-Paarkorrelation misst, wie sich die beiden Währungsseiten offener Positionen zusammenfassen lassen und warum eine hohe historische Korrelation keinen Ausgleich garantiert.
In diesem LeitfadenEine Position in einem Währungspaar hat zwei Währungsseiten
Kurze Zusammenfassung
Eine Korrelation fasst zusammen, wie sich zwei Renditereihen in einer ausgewählten Stichprobe gemeinsam bewegt haben. Sie zeigt weder die Währungsbeträge jeder Position noch, ob sich der Dollar-Gewinn oder -Verlust ausgleicht oder die Beziehung anhält.
Eine Position in einem Währungspaar hat zwei Währungsseiten
Ein Wechselkurs ist der Preis einer Währung in einer anderen. EUR/USD bei 1,1000 bedeutet, dass ein Euro mit 1,10 US-Dollar notiert wird. In einem vereinfachten linearen Spot-Beispiel entspricht der Kauf von 10.000 EUR/USD-Einheiten beim Einstieg einer Long-Position von 10.000 Euro und einer Short-Position von etwa 11.000 Dollar. Der Dollar ist eine Seite des Exposures, nicht der gesamte Trade.
Beim Verkauf eines Paares kehren sich die Seiten um. Eine Short-Position von 8.661,42 GBP/USD-Einheiten bei 1,2700 entspricht ungefähr einer Short-Position von 8.661,42 Pfund und einer Long-Position von 11.000 Dollar. Die Dollar-Seiten der beiden Positionen sind zu diesen Einstiegskursen ähnlich groß und entgegengesetzt. Das ist eine Exposure-Rechnung, keine allgemeingültige Kontoabrechnung: Tatsächlicher Währungstausch, rollierender OTC-Forex und CFDs können sich bei Vertrag, Abwicklung, Margin und Berichterstattung unterscheiden.
Korrelation misst Renditen, nicht Positionsgrößen
Der Pearson-Korrelationskoeffizient zwischen zwei Renditereihen liegt zwischen −1 und +1. +1 bedeutet einen perfekten positiven linearen Zusammenhang innerhalb der ausgewählten Beobachtungen, −1 einen perfekten negativen und 0 keinen linearen Gleichlauf in dieser Stichprobe. Ein Wert von 0 beweist weder Unabhängigkeit noch das Fehlen anderer Zusammenhänge.
Vereinfacht ist Korrelation die Kovarianz geteilt durch das Produkt der Standardabweichungen. Dadurch wird die Einheit herausgerechnet und auch die Größe der Schwankungen geht aus dem Koeffizienten verloren. Zwei Paare können daher eine Korrelation von +1 haben, obwohl sich eines typischerweise viel weniger bewegt. Korrelation vergleicht Kursrenditen; das Exposure hängt von Richtung, Basiseinheiten, Kurs und Produktbedingungen ab. Der IG-Leitfaden zu Währungspaar-Korrelationen erläutert den Koeffizienten und beschreibt, warum ein Hedge mit einem zweiten Paar Exposure in den beiden Nicht-Dollar-Währungen lassen kann.
Definieren Sie die Renditereihen vor dem Paarvergleich
Ein Korrelationswert ist ohne seine Eingaben unvollständig. Halten Sie Instrument, Kursrichtung, einfache oder logarithmische Rendite, Beobachtungsabstand, Stichprobenfenster und Zeitabgleich fest. Tages-Schlusskurse zu unterschiedlichen lokalen Zeiten können andere Nachrichten- und Liquiditätslagen abbilden. Kurze Reihen können zudem fehlende oder veraltete Kurse enthalten.
Vergleichen Sie grundsätzlich Renditeänderungen statt bloßer Kursniveaus. Zwei Preisniveaus können gemeinsam einem Trend folgen, ohne dass sich ihre Renditen in der nächsten Periode gleich bewegen. Bei Log-Renditen kehrt die Umkehrung von EUR/USD zu USD/EUR das Vorzeichen exakt um. Einfache Prozent-Renditen wechseln ebenfalls das Vorzeichen, ihre Beträge sind bei größeren Bewegungen jedoch nicht exakt symmetrisch. Auch das Fenster ist entscheidend: sechs Wochen beantworten eine andere Frage als drei Jahre. FOREX.coms Lektion zur Währungskorrelation zeigt historische Schätzungen für mehrere Zeiträume, keine aktuelle Messung. Eine Studie der Federal Reserve zur Abhängigkeit von Wechselkursen untersucht zeitliche Veränderungen; sie ist Forschungskontext, keine Prognose für heutige Trades.
Auch bei perfekter Korrelation bleibt P&L-Risiko
Betrachten Sie eine erfundene Stichprobe mit vier Beobachtungen. EUR/USD-Renditen betragen +1 %, +2 %, −1 % und −2 %. GBP/USD-Renditen betragen +0,4 %, +0,8 %, −0,4 % und −0,8 %. Jede GBP/USD-Rendite entspricht 40 % der jeweiligen EUR/USD-Rendite. Die Pearson-Korrelation beträgt damit genau +1, die Paare bewegen sich aber nicht gleich stark.
Angenommen, eine Long-Position in EUR/USD und eine Short-Position in GBP/USD haben beim Einstieg jeweils USD 11.000 Notional. Die erste Position kauft 10.000 Euro bei 1,1000; die zweite verkauft etwa 8.661,42 Pfund bei 1,2700. Beim ersten Beobachtungspaar bringt ein Anstieg von EUR/USD um 1 % ungefähr USD 110, während ein Anstieg von GBP/USD um 0,4 % der Short-Position etwa USD 44 kostet. Das vereinfachte Preis-P&L beträgt zusammen +USD 66 statt null; bei umgekehrten Renditen wären es −USD 66. Spread, Kommission, Finanzierung, Umrechnung, Slippage und Mengenänderungen sind nicht enthalten. Gleiche Dollar-Notionals und perfekte positive Korrelation bilden keinen automatischen Hedge, wenn sich die Volatilität unterscheidet.
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Gleichen Sie die Währungsseiten ebenso ab wie die Paar-Renditen
Bei diesen Einstiegspositionen stehen ungefähr −USD 11.000 und +USD 11.000 auf der Dollar-Seite. Sie gleichen sich anfänglich fast aus. Übrig bleiben jedoch eine Long-Position von 10.000 Euro und eine Short-Position von rund 8.661 Pfund. Ihr relativer Wert kann sich ändern, auch wenn das anfängliche Dollar-Exposure ausgeglichen ist.
Erstellen Sie zunächst ein Währungs-Ledger. Schreiben Sie jede offene Position als positive oder negative Menge je Währung auf und rechnen Sie mit einem angegebenen Kurs und Zeitpunkt in die Kontowährung um. Addieren Sie die Beträge je Währung. So wird gemeinsames Dollar-Exposure sichtbar. Nach Teilverkäufen muss das Ledger die tatsächlich verbliebenen Einheiten abbilden. Der Leitfaden zu Forex-Lotgröße und Pip-Wert erklärt Mengenkonventionen; der Leitfaden zur Abstimmung von Trade-P&L behandelt Fills, Kosten und Kontowährungsumrechnung.
Korrelation allein ist keine Hedge-Quote
Das Portfoliorisiko hängt von der Volatilität beider Renditen und ihrer Korrelation ab. Für zwei Renditen R1 und R2 hat eine einfache Long-Short-Kombination R1 − hR2 die Varianz σ1² + h²σ2² − 2hρσ1σ2. σ1 und σ2 stehen für die Volatilität, ρ für die Korrelation und h für das relative Positionsgewicht. Korrelation ist nur ein Eingabewert.
Im Beispiel bewegt sich das zweite Paar um 40 % so stark wie das erste. Bei gleichem Dollar-Gewicht beträgt die Renditedifferenz in der ersten Beobachtung 1,0 % − 0,4 % = 0,6 %, obwohl ρ +1 ist. Ein aus vergangenen Daten geschätztes Gewicht kann die historische Varianz unter seinen Annahmen verringern, garantiert aber keinen künftigen Schutz. Stichprobe, Volatilität, Kursrichtung und Marktregime können sich ändern. Testen Sie außerdem Kurslücken, einseitige Währungsschocks, größere Spreads und unterschiedliche Handelszeiten; eine Korrelationstabelle zeigt diese Kontorisiken nicht vollständig.
Kontoregeln und Kosten können einen rechnerischen Ausgleich aufheben
Jede Position kann eigene Margin, Spread oder Kommission und abweichende Finanzierungskosten erfordern. Ein Anbieter kann Brutto- oder Nettoexposure verwenden, Größenstaffeln anwenden oder Positionen in einer eigenen Reihenfolge schließen. Zwei scheinbar ausgeglichene Positionen können daher viel freie Margin binden oder geschlossen werden, bevor die andere Seite Verluste ausgleicht.
Der Forex-Hinweis der CFTC beschreibt Risiken des US-amerikanischen OTC-Forex und die Rolle des Händlers als Gegenpartei. Das ist keine weltweite Regel für jeden CFD, tatsächlichen Währungstausch oder Rechtsraum. Prüfen Sie Rechtsträger, Produkt, Auftragsausführung, Margin und Kundenschutz Ihres Kontos. Ergänzend: Forex-Margin und Hebel, Spread versus Kommission und Rollover-Finanzierung.
Dokumentieren Sie einen nachvollziehbaren Vergleich
Notieren Sie vor einem Hedge-Vergleich Instrument und Kursrichtung, tatsächliche Einheiten, Einstiegskurse, Währungsseiten, Kontowährung und Umrechnungsmethode. Speichern Sie für den Renditevergleich Datenquelle, Zeitstempel, Intervall, Renditedefinition, Stichprobendaten und Volatilität jeder Reihe zusammen mit der Korrelation. Ein Screenshot nur des Koeffizienten lässt sich nicht reproduzieren.
Berechnen Sie Szenarien für steigende und fallende Paare, eine Bewegung nur eines Paares und eine größere Bewegung als zuletzt beobachtet. Ermitteln Sie das P&L aus Einheiten und Kursänderung und führen Sie Spread, Kommission, Finanzierung, Umrechnung und Margin getrennt. Das ist eine Methode zur Exposure-Prüfung, kein Handelssignal. Prüfen Sie beim Kontovergleich verfügbare Produkte, Positionsmodi, Kursstellung, Netting und Schließungsregeln. Korrelation ergänzt die Risikoprüfung, ersetzt aber weder das Währungs-Ledger noch garantiert sie einen Hedge.
Häufige Fragen
Q1Hedgen zwei Forex-Positionen einander bei hoher Korrelation?
Nicht automatisch. Korrelation beschreibt den Gleichlauf einer Stichprobe. Positionsgrößen, Volatilität, Währungsseiten, Kosten und künftige Marktbewegungen bestimmen, ob sich das P&L ausgleicht.
Q2Bedeutet eine Korrelation von +1, dass sich zwei Paare um denselben Prozentsatz bewegen?
Nein. Die Renditen liegen in der Stichprobe auf einer perfekten positiven Geraden; eine Reihe kann aber nur einen Bruchteil der anderen ausmachen.
Q3Sollte ich Forex-Kurse oder Renditen vergleichen?
Definieren und vergleichen Sie Renditen zu abgeglichenen Zeitpunkten. Geben Sie einfache oder logarithmische Renditen an und vereinheitlichen Sie die Kursrichtung.
Q4Ersetzt ein Währungs-Ledger eine Korrelationsanalyse?
Nein. Das Ledger zeigt die vorzeichenbehafteten Währungsmengen; die Renditeanalyse beschreibt beobachteten Gleichlauf. Beide müssen mit Volatilität, Kosten, Margin und Produktbedingungen betrachtet werden.
Quellen und weiterführende Lektüre
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