Gebühren auf Ethereum Layer 2: Ausführung und Datenkosten erklärt
Erfahren Sie, warum zu einer Ethereum-Layer-2-Transaktion eine L1-Datengebühr hinzukommen kann und wie Batches, Blobs und Betreibergebühren die Gesamtkosten beeinflussen.
In diesem LeitfadenFür eine L2-Transaktion gilt nicht derselbe Gebührenmarkt wie im Ethereum-Mainnet
Kurze Zusammenfassung
Gebühren auf Ethereum Layer 2 sind nicht einfach Ethereum-Mainnet-Gasgebühren zu einem niedrigeren Satz. Ein Rollup führt Transaktionen auf L2 aus und bündelt anschließend Daten, die es auf Ethereum veröffentlicht. Daher können sich die Gesamtkosten aus Ausführung, Datenveröffentlichung und netzwerkspezifischen Gebühren zusammensetzen. Welche Kosten genau anfallen, hängt vom Netzwerk und den dort aktiven Upgrades ab.
Für eine L2-Transaktion gilt nicht derselbe Gebührenmarkt wie im Ethereum-Mainnet
Ein Ethereum-Rollup führt die Transaktionen vieler Nutzer auf L2 aus und veröffentlicht anschließend gebündelte Zustandsänderungen auf Ethereum. Die Ausführungsgebühr richtet sich nach dem Blockspace und den Gebührenregeln der L2. Sie ist nicht der Preis dafür, jede Nutzertransaktion einzeln im Mainnet auszuführen. Ethereum stellt die Datenverfügbarkeit und Abwicklung des Rollups bereit.
Ein einzelner „Ethereum-Gaspreis“ reicht deshalb nicht aus, um die gesamten Kosten einer L2-Transaktion verlässlich zu schätzen. Schon die Wahl eines anderen Netzwerks kann den Ausführungspreis, die Gebühr für die Datenveröffentlichung und manchmal auch den Token für die Gebührenzahlung verändern, selbst wenn die Wallet-Aktion wie dieselbe ETH-Überweisung aussieht.
Dieser Leitfaden trennt das allgemeine Modell für Rollups, die Daten auf Ethereum veröffentlichen, von der konkret dokumentierten Gebührenstruktur des OP Mainnet. L2-Netzwerke können ähnliche Wallet-Oberflächen haben und trotzdem andere Gebührenbestandteile oder Verfahren zur Datenveröffentlichung verwenden.
Eine L2-Gebühr kann mehrere Kostenbestandteile zusammenfassen
Ein Wallet-Kostenvoranschlag kann einige der folgenden Positionen bündeln:
- L2-Ausführungsgebühr: das zur Ausführung der Transaktion in einem L2-Block benötigte Gas multipliziert mit dem jeweiligen L2-Gaspreis
- L1-Datengebühr: der Anteil der Datenveröffentlichungskosten auf Ethereum, der der Nutzertransaktion zugeordnet wird
- Netzwerkspezifische Gebühr: etwa eine separate Betreibergebühr oder eine andere Gebühr, die ein bestimmtes Netzwerk festlegt
Das ist ein Erklärungsmodell und keine allgemeingültige Regel mit genau drei Bestandteilen. Ein Netzwerk kann die Datenveröffentlichung separat ausweisen, ein anderes mehrere Bestandteile in einem Gebühren- oder Gaspreisfeld zusammenfassen. Die Zahl der sichtbaren Positionen in einer Wallet sagt nicht aus, wie viele Kosten darunterliegen.
Auch Kosten für die Veröffentlichung eines Batches, die nicht als separate Ethereum-Transaktion jedes Nutzers erscheinen, können den Nutzerbetrag beeinflussen. Ein Rollup verteilt oder schätzt den Anteil jeder Transaktion nach ihrer Größe und eigenen Preisregeln. Nutzer senden normalerweise nicht selbst die Batch-Transaktion und kaufen auch nicht für jede L2-Aktion ein ganzes Blob.
Die Ausführungskosten hängen vom Arbeitsaufwand und der Nachfrage auf L2 ab
Gas ist eine Einheit für den Arbeitsaufwand zur Ausführung von Smart-Contract-Anweisungen. Die Gebühr ergibt sich aus der Multiplikation des verbrauchten Gases mit seinem Preis. Eine einfache Token-Übertragung und ein Swap über mehrere Contracts können unterschiedlich viel Gas benötigen, auch wenn beide in der Wallet wie eine einzelne Aktion aussehen.
Konzeptionell gilt: Ausführungsgebühr = verbrauchtes Gas × L2-Gaspreis. Der Gaspreis spiegelt die Nachfrage nach Blockspace und die Gebührenregeln der L2 wider. Ein höherer Basispreis im Ethereum-Mainnet lässt die Ausführungsgebühr auf jeder L2 nicht automatisch im selben Verhältnis steigen.
Der Blockspace auf L2 ist jedoch begrenzt. Bei hoher Nachfrage auf dem jeweiligen Netzwerk kann der Ausführungspreis steigen. Das in der Wallet angezeigte Gaslimit oder die maximale Gebühr kann eine Schätzung oder Obergrenze sein, nicht der tatsächlich belastete Endbetrag. Setzen Sie diese Angaben nicht mit der endgültigen Transaktionsgebühr gleich.
Die L1-Datenkosten spiegeln Batchgröße und Datenpreise auf Ethereum wider
Rollups veröffentlichen auf Ethereum die Daten, die andere Nodes benötigen, um Zustandsänderungen zu prüfen oder wiederherzustellen. Wenn Transaktionen zu Batches gebündelt und ihre Daten komprimiert werden, können die jedem Nutzer zugeordneten Veröffentlichungskosten gegenüber einzelnen Mainnet-Transaktionen sinken.
Nicht jede Transaktion belegt gleich viel komprimierte Daten. Eine datenintensivere Transaktion kann nach dem Preisverfahren des Rollups einen größeren Kostenanteil erhalten. Wie das Protokoll diesen Anteil schätzt und welche Parameter es anwendet, unterscheidet sich je nach Netzwerk.
Ein bewusst vereinfachtes Beispiel zur Kostenverteilung: Teilen sich 20 ähnliche Transaktionen hypothetische fixe Batch-Veröffentlichungskosten von 0,0004 ETH, entfielen bei gleichmäßiger Aufteilung 0,00002 ETH auf jede Transaktion. Tatsächliche Rollups teilen Kosten nicht unbedingt gleichmäßig auf. Die Größe der komprimierten Daten, die Datenpreis-Methode des Netzwerks sowie feste oder protokollspezifische Parameter können den Anteil jeder Transaktion verändern. Das Beispiel zeigt, warum Batch-Kosten und Nutzergebühr voneinander abweichen können; es ist keine Gebührenformel für ein bestimmtes Netzwerk.
Aktionen, die in einer Wallet ähnlich aussehen, können unterschiedliche Contract-Aufrufe und Daten enthalten. Deshalb lässt sich die Datengebühr nicht allein aus der Token-Menge ableiten. L2-Ausführung und Batch-Daten sind außerdem getrennte Kostendimensionen. Ein komplexer Swap kann trotz kleiner Datenmenge mehr Ausführungs-Gas benötigen, während eine größere Nutzlast die Veröffentlichungskosten erhöhen kann, ohne viel zusätzliche Berechnung zu erfordern. Wie ein Angebot beides kombiniert, bestimmen die Regeln des Netzwerks.
Werden mehr Transaktionen in einem Batch gebündelt, kann sich der fixe Veröffentlichungsaufwand auf mehr Nutzer verteilen. Auf einen größeren Batch zu warten, garantiert jedoch keine niedrigere Gebühr pro Nutzer. Gas- oder Blob-Preise können vor der Veröffentlichung steigen; auch eine neue Transaktion mit einem großen Anteil an komprimierten Daten kann die Gesamtkosten oder die einzelnen Anteile verändern. Die mögliche Effizienz der Bündelung ist nicht mit einem garantierten Rabatt für jeden einzelnen Nutzer gleichzusetzen.
Datengebühren können außerdem auf Veränderungen des Ethereum-Gaspreises oder der Nachfrage nach Blobspace reagieren. So kann sich der Datenanteil ändern, obwohl der L2-Ausführungspreis kaum schwankt. Ethereum.org erläutert Batching und Gebührenfaktoren für optimistische Rollups und ZK-Rollups getrennt.
Calldata und Blobs sind unterschiedliche Wege, Daten auf Ethereum zu veröffentlichen
Ethereum-calldata wird auf der Ausführungsebene als Transaktionsdaten behandelt und über den regulären Gasmarkt bepreist. EIP-4844 führte separaten Blobspace und einen unabhängigen Blob-Gas-Gebührenmarkt ein, um die Veröffentlichung von Rollup-Daten zu unterstützen. Die beiden Wege unterscheiden sich bei der Preisbildung sowie beim Zugriff auf und der Aufbewahrung von Daten.
Ein EVM-Contract kann Blob-Inhalte nicht wie gewöhnlichen Contract-Speicher direkt lesen. Die Ethereum-Konsensschicht stellt Blob-Daten nur für begrenzte Zeit bereit; danach können Clients ihre Speicherung einstellen. EIP-4844 legt fest, dass für Blob-Gas andere Preisregeln gelten als für reguläres Ausführungs-Gas. Einzelheiten enthält die EIP-4844-Spezifikation.
Trennen Sie die Nutzergebühr von den Kosten der Batch-Veröffentlichungstransaktion des Rollup-Betreibers. Einige L2-Gebührenmodelle, darunter OP-Stack-Netzwerke, die für die Nutzung von Blobs konfiguriert sind, berücksichtigen die Datenveröffentlichung in der L2-Gebühr des Nutzers. Das bedeutet nicht, dass jeder L2-Nutzer ein ganzes Blob als separate Wallet-Gebühr direkt bezahlt.

Rollup-Typ und Netzwerkeinstellungen verändern die Gebührenstruktur
Gebühren optimistischer Rollups können die L2-Ausführung und den Nutzeranteil an der Veröffentlichung von Batch-Daten umfassen. ZK-Rollups berücksichtigen ebenfalls Ausführung und Datenveröffentlichung; zusätzlich können die Kosten für die Erstellung von Batch-Proofs und deren Prüfung auf Ethereum die Wirtschaftlichkeit des Protokolls beeinflussen. Diese Kosten erscheinen nicht zwingend als separate „Proof-Gebühr“ auf dem Beleg eines Nutzers.
Netzwerke können Daten per calldata oder Blob veröffentlichen. Auch Komprimierung, Batch-Häufigkeit und die Schätzung der nutzerbezogenen Datenkosten können sich unterscheiden. Ein Vergleich allein anhand des angezeigten L2-Gaspreises kann daher einen wesentlichen Teil der Gesamtkosten auslassen.
Gebührenregeln können sich durch Netzwerk-Upgrades ändern. Ein Rechner oder älterer Artikel mit einer festen Formel muss nicht mehr dem aktiven Netzwerk entsprechen. Prüfen Sie die aktuelle Gebührenanzeige und die offizielle Dokumentation des Netzwerks für die jeweils geltende Version.
Dieselbe Vorsicht gilt beim Vergleich eines früheren Belegs mit einem aktuellen Kostenvoranschlag auf demselben Netzwerk. Ein vertrauter Netzwerkname garantiert keinen unveränderten Gebührenplan: Die Methode zur Datenveröffentlichung oder aktive Gebühren-Upgrades können sich geändert haben. Prüfen Sie bei einer älteren Transaktion ihr Datum, den Block und die geltende Protokollversion, damit Sie Änderungen der L1-Datenpreise nicht mit Änderungen der Gebührenregeln der Chain verwechseln.
Die Betreibergebühr des OP Mainnet ist ein netzwerkspezifisches Beispiel
Optimism beschreibt die OP-Mainnet-Transaktionsgebühr als Ausführungs-Gasgebühr plus L1-Datengebühr. Seit dem Isthmus-Upgrade kommt eine Betreibergebühr hinzu. Die Struktur lautet damit: Ausführungs-Gasgebühr + L1-Datengebühr + gegebenenfalls Betreibergebühr.
Diese Gebührenordnung sollte nicht als allgemeine Formel für alle Ethereum-L2-Netzwerke übernommen werden. Die OP-Mainnet-Dokumentation erklärt auch, dass Parameter für Daten- und Betreibergebühren von den aktiven Upgrades abhängen. Andere OP-Stack-Netzwerke können andere Betreibereinstellungen oder Upgrade-Zeitpunkte haben.
Verwenden Sie für OP Mainnet die aktuelle Dokumentation von Optimism zu Transaktionsgebühren. Für Base oder eine andere L2 sollten Sie den Gebührenleitfaden dieses Netzwerks heranziehen. Die gemeinsame Nutzung eines Software-Stacks garantiert nicht dieselben Gesamtkosten.
Addieren Sie die Positionen in einem hypothetischen Beleg
Das folgende fiktive Beispiel veranschaulicht eine OP-Mainnet-ähnliche Struktur mit drei Bestandteilen. Es ist weder ein aktueller Netzwerkpreis noch ein reales Wallet-Angebot.
| Fiktive Position | Betrag |
|---|---|
| L2-Ausführungsgebühr | 0,000008 ETH |
| L1-Datenveröffentlichungsgebühr | 0,000020 ETH |
| Betreibergebühr | 0,000004 ETH |
| Gesamt | 0,000032 ETH |
Die Rechnung lautet 0,000008 + 0,000020 + 0,000004 = 0,000032 ETH. In diesem Beispiel sind die Datenveröffentlichungskosten höher als die Ausführungskosten; das gilt aber nicht für jede Transaktion. Das Verhältnis der Bestandteile hängt von Datenumfang, L1-Nachfrage, Ausführungsaufwand und den Gebühreneinstellungen des Netzwerks ab.
Nicht enthalten sind die Umrechnung in Fiat, Bridge-Gebühren, Gebühren des Swap-Protokolls, Price Impact sowie Ein- und Auszahlungsgebühren einer Börse. Mit dieser Summe allein lässt sich daher weder entscheiden, dass ein Netzwerk günstiger ist, noch der vollständige wirtschaftliche Aufwand einer Transaktion berechnen.
Ein Wallet-Kostenvoranschlag und der endgültige Beleg können abweichen
Vor der Signatur schätzt die Wallet die Kosten anhand des erwarteten Gasverbrauchs, der Gaspreise und der Datengebühren. Bis die Transaktion aufgenommen wird, kann sich der Gebührenmarkt ändern; auch der tatsächliche Ausführungspfad kann von der Schätzung abweichen. Eine Maximalgebühr ist eine Ausgabenobergrenze und nicht unbedingt der später belastete Betrag.
Öffnen Sie nach der Transaktion den Beleg im Block-Explorer des richtigen Netzwerks. Prüfen Sie den Gasverbrauch, die tatsächlichen Kosten und ob die Ausführung erfolgreich war. Manche Netzwerke weisen L1-Daten- oder Betreibergebühren als einzelne Felder aus, andere zeigen eventuell nur einen Gesamtbetrag. Beurteilen Sie die Feldnamen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Netzwerk.
Prüfen Sie außerdem den Netzwerknamen, die Chain-ID und den Gebührentoken. Der Leitfaden zu Gasgebühren im Ethereum-Mainnet erklärt den Unterschied zwischen L1-Ausführungs-Gas und dem dafür gezahlten Betrag.
Trennen Sie Bridge-, Swap- und Netzwerkgebühren voneinander
Eine Einzahlung von Ethereum auf eine L2 wird als Mainnet-Transaktion gestartet und kann L1-Gas kosten. Ein Swap auf der L2 kann sowohl die Netzwerkgebühr als auch die Handelsgebühr des Swap-Contracts und einen Price Impact verursachen. Bei einer Rücküberweisung an Ethereum können für den Auszahlungsweg und seine L1-Ausführung zusätzliche Netzwerkkosten entstehen.
Wer all dies als „L2-Gas“ bezeichnet, verschleiert, in welchem Schritt die jeweilige Gebühr anfällt. Trennen Sie Netzwerkgebühren, Bridge-Servicegebühren, Swap-Gebühren und Auszahlungsgebühren der Börse, bevor Sie Gesamtkosten vergleichen. Die Checkliste für Krypto-Transfers hilft bei der Prüfung eines Bridge-Wegs.
Prüfen Sie vor einer Transaktion (1) das gewählte Netzwerk und den Gebührentoken, (2) ob Ausführungs-, Daten- und Betreiberkosten einzeln ausgewiesen sind, (3) den Zeitpunkt des Angebots und die Netzwerkauslastung, (4) separate Kosten für Einzahlung, Auszahlung oder Swap und (5) den endgültigen Beleg. Zu wissen, was ein Angebot umfasst, ist nützlicher als der Vergleich einer unerklärten Zahl.
Häufige Fragen
Q1Weist jede Ethereum-L2-Transaktion eine L1-Datengebühr separat aus?
Nein. Rollups veröffentlichen Daten auf Ethereum, doch die Darstellung des Nutzeranteils unterscheidet sich. Eine Wallet oder ein Beleg kann die Datenveröffentlichungskosten mit einer anderen Position zusammenfassen, statt eine separate L1-Datenzeile zu zeigen.
Q2Bezahlt ein L2-Nutzer jedes Blob direkt?
Nutzer kaufen normalerweise keine einzelnen Blobs. Ein Rollup-Betreiber kann Blobs für Batch-Daten verwenden; die Gebührenregeln der L2 können dem Nutzer einen Teil dieser Kosten zuordnen.
Q3Muss ich beim Bridge-Transfer von Ethereum nur die L2-Gebühr einplanen?
Nein. Die Einzahlungsanforderung ist eine Ethereum-Mainnet-Transaktion und kann L1-Gas erfordern. Auch spätere L2-Transaktionen oder Auszahlungen können Kosten in ihren jeweiligen Schritten verursachen. Prüfen Sie daher den Kostenvoranschlag für jeden Schritt.
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Warum kann für eine L2-Transaktion eines Ethereum-Rollups eine L1-Datengebühr anfallen?
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