Futures und Forwards: Die wichtigsten Unterschiede
Vergleichen Sie Futures und Forwards nach Standardisierung, Clearing, täglicher Bewertung, Margin, Abwicklung und den Risiken, die für Hedger und Trader verbleiben
Kurzantwort
Futures und Forwards legen beide heute einen Preis für eine spätere Transaktion fest, doch ihre Zahlungs- und Kreditstrukturen sind verschieden. Ein börsengehandelter Future ist standardisiert, wird gecleart und täglich bewertet; ein Forward ist meist eine individuell ausgehandelte Vereinbarung zwischen zwei Parteien, deren Sicherheiten und Abwicklung von der Dokumentation abhängen.
Die Vertragsform bestimmt die Art des Risikos
Ein Future legt Kontraktgröße, Laufzeitmonat, Preisnotation sowie Liefer- oder Abwicklungsverfahren nach den Regeln einer Börse fest. Statt jeden wirtschaftlichen Punkt neu zu verhandeln, wählt ein Marktteilnehmer unter den gelisteten Kontrakten.
Ein Forward lässt sich auf einen bestimmten Termin, Betrag, Qualitätsgrad, Lieferort oder eine Abwicklungswährung zuschneiden. Diese Flexibilität kann zu einem betrieblichen Risiko passen, macht den Vertrag aber weniger austauschbar und bindet die Risikokontrolle an die Beziehung zwischen den Parteien.
Keines der beiden Etiketten sagt, ob eine Position angemessen ist. Entscheidend ist, ob Menge, Preisreferenz, Fälligkeit, Abwicklungsmethode und Rechtsbedingungen das Risiko tatsächlich ausgleichen, das abgesichert werden soll.
Die tägliche Bewertung verschiebt den Zeitpunkt der Zahlung
Bei Futures bestimmt ein börslicher Abrechnungspreis täglich Gewinn und Verlust. Ein Konto mit Verlusten kann schon vor dem Laufzeitende Variation Margin hinterlegen müssen, während dem Gegenkonto der entsprechende Betrag gutgeschrieben wird.
Angenommen, ein Kontrakt bildet eine wirtschaftliche Position von 100.000 € ab. Ein Tagesrückgang von 1 % entspricht dann 1.000 € vor Gebühren. Für eine Long-Position können diese 1.000 € noch am selben Tag über den Margin-Prozess fällig werden, obwohl der Hedge auf einen viel späteren Verkauf zielt.
Damit kann ein Hedge wirtschaftlich sinnvoll sein und dennoch operativ Liquidität verlangen. Auch ein Produzent mit einem später wirksamen Short-Hedge braucht Mittel, wenn sich der Futurespreis zunächst gegen die Position bewegt.
Bei Forwards sind Besicherungsnachschüsse ebenfalls möglich, besonders mit einem Credit Support Annex (CSA). Bewertung, Schwellenwerte, Fristen und Close-out-Regeln entstehen dort jedoch aus der zweiseitigen Dokumentation statt aus einem einheitlichen Börsenzyklus.
Clearing reduziert ein Risiko, nicht alle Risiken
Zentrales Clearing und Margining sollen die Erfüllung von Verpflichtungen zwischen Clearingmitgliedern steuern. Sie beseitigen weder Marktrisiko, Liquiditätsrisiko und Basisrisiko noch das Risiko, dass ein Hedge nicht zur späteren physischen Transaktion passt.
Bei einem zweiseitigen Forward bleiben die vereinbarten Kreditbedingungen der Parteien relevant. Neben der Marktbewegung zählen daher die Bonität der Gegenpartei, mögliche Sicherheitenstreitigkeiten und die Bedingungen für eine vorzeitige Beendigung.
Auch ein börslicher Kontrakt kann in einem fernen Monat wenig liquide sein oder in Größe, Fälligkeit oder Basis schlecht zum betrieblichen Risiko passen. Clearing ist ein Risikomechanismus, keine Zusage für einen günstigen Ausstieg.
Lieferung und Endabrechnung sind vertragsabhängig
Manche Futures und Forwards werden bar abgerechnet, andere erlauben oder verlangen physische Lieferung. Der Name eines Kontrakts verrät weder die Schlusszahlung, den Lieferort, den letzten Handelstag noch das Andienungsverfahren. Erster Andienungstag und letzter Handelstag trennt Fristen, die häufig fälschlich als ein einziges Verfallsdatum gelesen werden.
Lesen Sie die Spezifikation, bevor Sie eine Position in die Nähe des Laufzeitendes halten. Der operative Weg unterscheidet sich erheblich zwischen Index-, Zins-, Energie-, Agrar-, Devisen- und Metallkontrakten.
Für eine Forward-Bestätigung gilt dieselbe Sorgfalt: Prüfen Sie Referenzsatz, Fixing-Datum, Zahlungstag, Abwicklungswährung und den vorgesehenen Umgang mit einer Marktstörung.
Vergleichen Sie den Hedge als vollständigen Zahlungsstrom
Beginnen Sie mit Datum und Umfang des ursprünglichen Risikos. Vergleichen Sie dann Fälligkeit, Preisreferenz, Basisverhalten, verfügbare Liquidität, Marktliquidität und Close-out-Mechanik. Ein niedrigerer ausgewiesener Preis kann durch Finanzierungsbedarf oder eine schlechte Übereinstimmung übertroffen werden.
- Notieren Sie Futurespreis und Spot- oder physische Referenz getrennt
- Halten Sie Multiplikator, Sicherheitenänderung und Restmenge pro Termin fest
- Prüfen Sie, ob Basisabweichung oder ein Liquiditätsengpass den erwarteten Ausgleich verändert
Dieser Eintrag macht Zahlungswege vergleichbar, ersetzt aber nicht die Prüfung des Vertrags und der aktuellen Marktbedingungen.
Häufige Fragen
Sind Futures sicherer als Forwards?
Futures verwenden meist zentrales Clearing und tägliches Margining, was das Gegenparteirisiko anders strukturiert. Markt-, Liquiditäts-, Basis-, Liefer- und Betriebsrisiken bleiben jedoch bestehen; eine allgemeingültige Rangfolge gibt es nicht.
Kommt ein Gewinn aus einem Future erst am Laufzeitende an?
Nein. Futures werden in der Regel täglich bewertet. Gewinne und Verluste werden daher nach dem Börsenprozess vor der endgültigen Abrechnung ausgeglichen.
Kann ein Forward Nachschusszahlungen auslösen?
Ja. Ein zweiseitiger Forward kann nach seiner Dokumentation besichert sein. Bewertungsregeln, Schwellenwerte und Zeitpunkte müssen dabei nicht denen eines börsengehandelten Futures entsprechen.