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Beziehung zwischen Kassapreis und Futurespreis10 Minuten Lesezeit

Futures-Basis und Fair Value erklärt

Erfahren Sie, wie sich Futures-Basis und Fair Value unterscheiden, wie Finanzierung und Dividenden einen Index-Futureskurs beeinflussen und warum ein scheinbarer Aufschlag keine automatische Transaktion ist

Von Mark erstellt · Primärquellen unten

Kurzantwort

Die Futures-Basis ist die zu einem Zeitpunkt beobachtete Differenz zwischen Futurespreis und Kassareferenz. Fair Value ist eine modellbasierte Schätzung dieser Differenz aus Haltekosten und -nutzen. Bei einem Aktienindex-Future zählen Zinsen, erwartete Dividenden, Restlaufzeit, Zeitpunkt der Kurse und Ausführungskosten. Ein Auf- oder Abschlag allein beweist daher keine Fehlbewertung.

Basis beginnt mit zwei vergleichbaren Preisen

Bei vielen Aktienindex-Kontrakten wird Basis als Futurespreis minus Kassakurs des Index notiert. Ein positiver Wert bedeutet, dass der Future über dem Index liegt; ein negativer Wert bedeutet, dass er darunter liegt.

Die einfache Subtraktion ist nur sinnvoll, wenn beide Preise zeitgleich sind und dieselbe wirtschaftliche Exposition meinen. Ein verzögerter Index, ein alter Futurekurs oder eine Nachbörsennotierung kann eine Basis erzeugen, die vor allem ein Zeitstempelproblem ist.

Beispiel: Steht ein synchroner Kassareferenzwert bei 5.000 und der Future bei 5.012, beträgt die beobachtete Basis +12 Punkte. Das ist eine Beobachtung, keine Aussage darüber, ob diese 12 Punkte handelbar oder ungewöhnlich sind.

Bei Rohstoffen kommen Lieferort, Qualität und Kalender hinzu. Ein Kassakurs an einem anderen Ort ist nicht automatisch der lieferbare Basiswert des Futures.

Fair Value macht Halteannahmen sichtbar

Für einen vereinfachten Aktienindex-Future wächst der Kassakurs mit der Finanzierung bis zum Ablauf, während erwartete Dividenden davor abgezogen werden. Eine kompakte Näherung lautet: Future = Kassa × Finanzierungsfaktor − Dividendenpunkte.

Die Rechnung braucht eine klar benannte Zinstagszählung, Finanzierungsannahme, Dividendenschätzung und ein Ablaufdatum. Ändert sich einer dieser Inputs, ändert sich auch die Schätzung.

Das Ergebnis ist ein Vergleichswert, keine Zusage, dass ein ausführbarer Kurs jederzeit mit dem Modell übereinstimmt. Angebot und Nachfrage, Geld-Brief-Spanne, Bilanznutzung und Transaktionskosten können Preise um die Schätzung herum halten.

Dividenden und Finanzierung wirken in entgegengesetzte Richtungen

Wer einen Indexkorb hält, kann vor Futuresablauf Dividenden erhalten; die Finanzierung des Korbs verursacht zugleich Kosten. Erwartete Dividenden senken den Fair Value gegenüber Kassa tendenziell, Finanzierung hebt ihn tendenziell an.

Beide Inputs sind in der Praxis unsicher. Dividendenerwartungen können sich ändern, und der relevante Finanzierungssatz kann vom allgemein veröffentlichten Satz abweichen.

Deshalb braucht ein Basisdiagramm immer Kontraktmonat und Annahmen. Derselbe Index kann über verschiedene Abläufe unterschiedliche Basis zeigen, ohne dass ein Widerspruch vorliegt.

Konvergenz hat ein Datum und eine Abwicklungsregel

Wenn ein Kontrakt seine Endabrechnung erreicht, sollten Future und Endreferenz unter den Vertragsregeln zusammenlaufen. Das heißt nicht, dass jeder Intraday-Kurs Punkt für Punkt dem Kassaindex folgt.

Die Endreferenz kann eine besondere Eröffnung, ein Schlusskurs, ein Durchschnitt oder ein Lieferverfahren sein. Lesen Sie die Spezifikation, statt die Abrechnungskonvention eines anderen Produkts zu übertragen.

Ein Rollover von einem Monat in den nächsten ersetzt außerdem eine Basis durch eine andere. Eine fortlaufende Kursreihe kann diesen Übergang verdecken, wenn ihre Rollregel nicht offengelegt wird. Roll Yield, Contango und Backwardation behandelt die Bedeutung solcher Monatswechsel.

Testen Sie eine scheinbare Abweichung vor einer Handlung

Notieren Sie Futures-Bid oder -Ask, Zeitstempel der Kassareferenz, Multiplikator, Resttage, erwartete Dividenden, Finanzierungsschätzung, Gebühren und verfügbare Größe. Rechnen Sie daraus eine handelbare Spanne statt einer scheinbar präzisen Zahl.

  • Prüfen Sie, ob die Differenz kleiner als die Geld-Brief-Spanne ist
  • Aktualisieren Sie die Kassareferenz, bevor Sie aus einem alten Zeitstempel schließen
  • Berücksichtigen Sie, ob der nötige Korb und die Futureseite zum angenommenen Kurs ausführbar wären

Eine scheinbare Fair-Value-Lücke kann nach einem Kursupdate verschwinden oder durch Kosten und operative Beschränkungen nicht erreichbar sein. Diese Prüfung ist Analyse, keine Aufforderung zur Arbitrage.

Die Notiz trennt beobachtete Daten von Annahmen, ersetzt aber keine handelbaren Quotierungen oder Finanzierungsmöglichkeiten.

Häufige Fragen

Was ist eine positive Futures-Basis?

Nach der Konvention Future minus Kassa bedeutet sie, dass der Futurespreis über der Kassareferenz liegt. Das Vorzeichen allein kennzeichnet keine Handelschance.

Warum können Aktienindex-Futures unter Kassa handeln?

Erwartete Dividenden können die Finanzierung über die Restlaufzeit überwiegen, oder aktuelle Marktbedingungen bewegen den Kurs um eine Modellschätzung. Inputs und Zeitstempel müssen geprüft werden.

Garantiert Fair Value einen Konvergenzgewinn?

Nein. Eine Modellschätzung kann ausführbare Kosten, Finanzierungsunterschiede, Zeitpunkte und operative Beschränkungen auslassen. Der Vergleich sollte reale Quotierungen und die Abrechnungsbedingungen des Kontrakts verwenden.

Quellen und weiterführende Lektüre

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